Mein Leben in Hannover
Die EU hat für 2008 das „Jahr des interkulturellen Dialogs“ ausgerufen. Der Kulturtreff Hainholz und das Haus der Religionen in der Südstadt machen dafür nun gemeinsame Sache. Mit acht Veranstaltungen wollen sie den Bürgern Einblicke in Religionen gewähren, die in Hannover vertreten sind: Islam, Buddhismus, Bahai, Judentum, Hinduismus und orthodox geprägtes Christentum.
Das Programm sieht Besuche an authentischen Orten wie Gotteshäusern und Gemeindezentren in fünf Stadtteilen vor. Mehr Verständnis für fremden Glauben soll so entstehen.
Die Idee entwickelten Seniorengruppen im Kulturtreff Hainholz. „Viele Menschen bei uns wollen sich mit Religionen befassen. Bisher gab es bei uns dafür kein spezielles Forum“, sagt Kulturtreff-Geschäftsführer Michael Laube. Das Interesse der Hainhölzer komme nicht von ungefähr. „Im Stadtteil leben Menschen aus über 80 Nationen. Und kulturelle Unterschiede werden ja oft über die Religion definiert“, sagt er. Nur seien eben diese Unterschiede selten genau bekannt. Damit sich das etwas ändert, habe sich der Kulturtreff entschieden, dem Aufruf der EU mit einer eigenen Veranstaltungsreihe zu folgen. Nicht nur über Religionen, sondern gleich mit deren Vertretern wollen viele Interessierte sprechen, sagt Laube. Mangels Anlaufstellen im eigenen Stadtteil war den Hainhölzern schnell klar, dass Exkursionen in andere Quartiere nötig sind.
Als Kooperationspartner bot sich das Haus der Religionen in der Südstadt an. „Wir haben ja die Kontakte“, meint dessen Leiter, Pastor Wolfgang Reinbold. Eine Veranstaltungsreihe mit gleich sechs verschiedenen Religionen, und das in Abstimmung mit einem Stadtteiltreff, sei auch für ihn neu, gibt Reinbold zu. Doch die Liste sei schnell zusammengestellt gewesen. „Jede Gemeinde, die ich gefragt habe, hat sofort zugesagt“, freut sich der Pastor. Überall gebe es ein reges Interesse an einem Austausch.
Und so soll das Programm laufen: Den Auftakt machte gestern eine Einführungsveranstaltung mit einem Moslem und einem Buddhisten im Haus der Religionen (siehe Kasten). Übers Jahr verteilt folgen Besuche in sechs Gemeinden. Vorgesehen sind unter anderem Gesprächsrunden im buddhistischen Kloster in Mittelfeld, dem Hindu-Tempel in Badenstedt und mit Erzpriester Milan Pejic von der serbisch-orthodoxen Gemeinde. Die so gewonnenen Eindrücke, aber auch Fragen sollen in einer Abschlussveranstaltung Anfang November angesprochen werden.
„Den besten Eindruck von den Weltreligionen bekommt also, wer alle Veranstaltungen besucht“, sagt Laube. Er erwartet bis zu 40 Teilnehmer je Termin. Eintritt werde nicht verlangt. „Vielleicht hier und da eine Spende.“ Dass einige Hainhölzer teilnehmen, stehe jetzt schon fest. Die Veranstaltungen stehen auch Bürgern anderer Stadtteile offen. Der Kulturtreff Hainholz bittet aber um Anmeldung unter Telefon 3 50 45 88.
Jeweils von 10 bis 12 Uhr werden folgende religiöse Zentren besucht:
● 26. März: Buddhistisches Kloster Vien Giac, Karlsruher Straße 6
● 30. April: Liberale Jüdische Gemeinde, Freundallee 27
● 28. Mai: Sri Muthumariamman Tempel (Hindu), Empelder Straße 96
● 25. Juni: Al-Ummah-Moschee, Am Listholze 63
● 10. September: Bahai-Gemeinde, Haus der Religionen, Böhmerstraße 8
● 24. September: Serbische Orthodoxe Gemeinde, Mengendamm 16c
● 5. November: Abschlussdiskussion im Haus der Religionen.
Das Programm der Reihe finden Sie rechts auf der Seite zum download.
S. auch Hannoversche Allgemeine Zeitung, 28.2.2008 / 20.3.2008.
