1. Mai 2009: Fest der Demokratie

Es war ein großes Fest für ganz Hannover: Am 1. Mai kamen 20.000 Hannoveraner auf dem Klagesmarkt zusammen, um für ein buntes, offenes und friedliches Hannover zu demonstrieren. Gemeinsam zeigten sie Flagge gegen die angekündigte, dann aber von den Gerichten verbotene Demonstration neonazistischer Kameradschaften.

Mitten in der Menge standen Yazid Shammout und Michael Fürst beieinander. Eigentlich geht das nicht, der eine ist Vorsitzender der Palästinensischen Gemeinde, der andere steht der Jüdischen Gemeinde in Hannover vor. Aber sie verständigten sich, an diesem Tag alles Trennende der Weltgeschichte einfach zu ignorieren, um zusammen gegen Rechts zu demonstrieren.

„Eine großartige Geste“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil, und der Klagesmarkt klatschte einen stillen, beinahe andächtigen Beifall. Juden und Palästinenser kamen ins Gespräch. „Sehr bemerkenswert“, fand Shammout. Fürst sagte, alles sei „sehr, sehr gut“ gewesen. Man trifft sich erneut und hat schon ein Thema: Schicksalen der anderen zuzuhören.

Auch das Haus der Religionen war beim Fest der Demokratie dabei, auf halbem Weg zwischen dem Zelt der Kirchen und dem Zelt der "Muslime gegen Rassismus". Viele Hannoveraner, die das Haus schon kennen, kamen und sagten Hallo. Andere kamen und ließen sich informieren. "Wir machen das ganze Jahr hindurch ziemlich genau das, was Hannover heute für einen Tag inszeniert hat: Wir bringen Menschen aus verschiedenen Religionen und Kulturen in Kontakt, friedlich, mit Achtung voreinander und manchmal sogar so fröhlich wie heute hier", sagte Wolfgang Reinbold, Vorsitzender des Vereins Haus der Religionen Hannover e.V.