Presseerkärung des Rates der Religionen zu den Vorfällen in Hannover-Sahlkamp
Rat der Religionen Hannover
Presseerklärung
zum antisemitischen Vorfall in Hannover-Sahlkamp
Der Rat der Religionen Hannover ist bestürzt und empört über die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche eine jüdische Tanzgruppe in Hannover-Sahlkamp mit Steinen beworfen und mit antisemitischen Parolen beschimpft haben. Er verurteilt diesen Vorfall aufs schärfste.
Die im Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften – Christen, Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten und Bahai – erklären einmütig:
Rassismus ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Antisemitismus verstößt gegen die Grundprinzipien der im Rat vertretenen Religionsgemeinschaften.
Der Rat der Religionen fordert alle Bürger Hannovers auf, sich gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus einzusetzen. Die nicht unumstrittene Politik des Staates Israel darf nicht dazu missbraucht werden, den Frieden unter den Religionsgemeinschaften zu zerstören und Hass zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu säen.
Die muslimischen Mitglieder im Rat der Religionen nehmen Augenzeugenberichte, die die Täter als Muslime identifizieren, zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass der Islam jede Form von Rassismus und Verachtung Andersgläubiger kategorisch ablehnt. Ein rechtschaffener Muslim achtet Juden und bewirft sie nicht mit Steinen.
Wir appellieren an Eltern und Familien, sich ihrer Verantwortung für den sozialen und interreligiösen Frieden bewusst zu sein und sich für diesen einzusetzen. Wir bitten die vielen interkulturellen und interreligiösen Dialoginitiativen in der Stadt Hannover, ihre gute Arbeit fortzuführen und alle Anstrengungen für ein friedvolles Miteinander der Religionen und Kulturen zu unterstützen.
Für den Rat der Religionen Hannover
Thomas Höflich, Dr. Hilal Al-Fahad
Die pdf der Presseerklärung finden Sie rechts auf der Seite.