Interreligiöser Dialog im Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide

Interreligiöser Dialog beim Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide

70 Einwohnerinnen und Einwohner folgten der Einladung und kamen mit den verschiedenen ReligionsvertreterInnen ins Gespräch.

Vor einem Jahr haben Kinder und Jugendliche beim Internationalen Tag auf dem Sahlkampmarkt Steine auf eine Jüdische Tanzgruppe geworfen. Das hat zu großer Beachtung in der Öffentlichkeit und zu intensiven Debatten in der gesamten Stadt aber auch darüber hinaus geführt.

Dieser Vorfall war der Anlass, dass der Integrationsbeirat Bothfeld-Vahrenheide zur Gesprächsveranstaltung am 25.5. in den Stadtteiltreff Sahlkamp eingeladen hat. Rund 70 Einwohnerinnen und Einwohner aller Altersgruppen, sowie einige Angehörige der Stadtteileinrichtungen sind der Einladung gefolgt und haben ein lebendiges Bild der Stadtteilgesellschaft dargeboten.

Zunächst präsentierte die Herschelschule ihren Interreligiösen Kalender, den Religionskurs und der Kurs Werte und Normen in einem gemeinsamen Projekt mit Förderung durch den Integrationsbeirat hergestellt hatten. Seither steht dieser beleuchtete und 2 Meter hohe Kalender in der Eingangshalle des Gymnasiums und informiert alle Schülerinnen und Schüler über die für den laufenden Monat aktuellen Feste der unterschiedlichen Weltreligionen. Die Lehrerin, Frau Nikolic und Schülerin Lara erläuterten den Gästen die Entstehung und Funktion des Kalenders, der zum ersten Mal außerhalb der Schule zu sehen war..

Anschließend stimmten Frau Alla Volodarska von der liberalen jüdischen Gemeinde, Herr Dr. Hilal Al-Fahad, Islamische Familien Hannover, beide gleichzeitig Mitglieder im Rat der Religionen, sowie Herr Pastor Jens Petersen von der ev.-luth. Epiphaniasgemeinde im Sahlkamp mit kurzen Redebeiträgen auf die Gesprächsrunden ein. Dabei beschäftigten Sie sich mit Fragen wie "Was sagen die verschiedenen Religionen zum Verhältnis mit Andersgläubigen aus?“, „Was können Religionen zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander beitragen.“

Alle drei arbeiteten die vielfältigen Übereinstimmungen ihrer religiösen Grundlagen heraus und betonten die grundsätzliche Bedeutung von Frieden und Respekt vor dem Fremden in den jeweiligen Schriften.

Bei verschiedenen Speisen, die die Mitglieder des Integrationsbeirats mitgebracht haben, und in lebendiger Atmosphäre konnten dann alle Anwesenden miteinander in einen lebhaften Austausch kommen. Dabei war es vielen EinwohnerInnen wichtig festzustellen, dass Frieden für sie beim Zusammenleben in der Familie, der unmittelbaren Nachbarschaft und in ihrem Stadtteil beginnt und nur so eine Grundlage für den Frieden zwischen den Völkern und Religionen herstellen kann.

Beispielhaft wurde auf die Bedeutung des elterlichen Vorbilds für respektvolles und friedliches Verhalten auch der Kinder verwiesen. Dies ist z.B. beim Elterncafé der Grundschule Hägewiesen ein wichtiger Handlungsansatz für die Aktiven, wie ein Vater einbrachte.

Tatjana Ilschenko, die vor einem Jahr die betroffene jüdische Tanzgruppe begleitet hatte, berichtete noch einmal von der Wirkung des Erlebten und der positiven Entwicklung, die es für sie seither im Kontakt mit Aktiven und EinwohnerInnen im Sahlkamp gegeben hat. So regte sie auch an, ein interkulturelles Fest nach dem Vorbild des in der alevitischen Gemeinde im Januar durchgeführten Interkulturellen Festes dieses Jahr im Sahlkamp zu veranstalten.

Nach zwei Stunden mit lebhaften Gesprächen wurde der Abend sogar noch spontan mit dem gemeinsamen Anstimmen eines jiddischen Volksliedes beendet. Alle gingen mit dem Gefühl nach Hause, dass das friedliche Zusammenleben im Sahlkamp mit dieser Veranstaltung ein Stückchen gestärkt worden ist (mehr).