Basismodul "Grundlagenwissen"

Basismodul mit Fokus auf allgemeinem Überblickswissen über die Religionen

 

 

Respektvolles interreligiöses Miteinander setzt eine Kenntnis des Anderen und interreligiöse Kompetenz voraus. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist daher die interreligiöse Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Unser Ziel ist die Vermittlung von interreligiöser Kompetenz.

 

Beim interreligiösen Lernen geht es zunächst darum, Grundlagenwissen über die eigene und andere Religionen zu erwerben. Dabei ist zu beachten, dass Religionen keine festen, dogmatisch und habituell abgeschlossenen Komplexe sind, die sich wie monolithische Blöcke gegenüberstehen. Zwar sind bestimmte Traditionen, Lehren, Formen und Praktiken für die Religionen konstitutiv, und manchmal schließen diese Lehren die Lehren anderer Religionen ausdrücklich aus. Zugleich aber treten uns Religionen stets so gegenüber, wie sie von ihren Anhängern und Anhängerinnen gelebt werden. Es ist von grundlegender Bedeutung für den interreligiösen Lernprozess, dass diese Differenz zwischen der „gelehrten“ und der von Menschen „gelebten Religion“ deutlich wird.

 

Dies gilt nicht nur für die jeweils fremde Religion, sondern auch für die eigene. Für das interreligiöse Lernen ist es daher wesentlich, dass die eigenen Prägungen und Überzeugungen reflektiert werden und dass frei von Fremdzuschreibungen über sich selbst und die eigenen Anschauungen Auskunft gegeben werden kann. In der Lerngruppe formt sich auf diese Weise ein Mosaik individueller Perspektiven, die grundsätzlich gleichwertig sind. Jeder und jede ist in einer bestimmten Weise religiös oder nicht-religiös sozialisiert und von bestimmten Grundüberzeugungen und Vorstellungen geprägt.

 

Zur Reflexion der eigenen Prägung gehört hinzu, dass sich die Lernenden ihrer Vor-Urteile gegenüber anderen Personengruppen oder religiösen Traditionen bewusst werden und diese zum Ausdruck bringen. Solche Äußerungen sollten keinesfalls unterdrückt, sondern zur Sprache gebracht werden. Dabei gilt es, die eigene Verletzlichkeit und die Verletzlichkeit des Gegenübers wahrzunehmen, zu achten und zu schützen. Wo es nötig erscheint, kann gegebenenfalls eine externe Projektionsfläche geschaffen werden, um aggressive Gefühle zu kanalisieren und aus der Gruppe abzuleiten.

 

Ebenso wie die Lernenden erwarten dürfen, dass ihre Mitlernenden sich auf ihre Weltdeutung einlassen, so muss diesem Anspruch auch den Mitlernenden gegenüber zur Durchsetzung verholfen werden. Dabei ist es nötig, sich in kritische Distanz zu den eigenen Ansichten zu setzen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die eigenen Wert- und Glaubensvorstellungen auf das Gegenüber projiziert werden. Interreligiöses Lernen lebt davon, das Gegenüber zu Wort kommen zu lassen, zuzuhören, Fragen zu stellen und sich in den Anderen hineinzuversetzen.

 

Der Vergleich zwischen unterschiedlichen Religionen und Traditionen ist ein weiterer zentraler Bestandteil interreligiösen Lernens. Es geht darum, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und ein wechselseitiges, vertieftes Verständnis aufzubauen.

Dabei werden sich unweigerlich auch Felder auftun, auf denen eine Einigung oder Annäherung nicht möglich ist. Die Anerkenntnis solcher bleibenden Differenzen ist ein weiterer wesentlicher Baustein interreligiöser Kompetenz. Ich lerne, mein Gegenüber anders sein zu lassen. Ich bin ich, und du bist du. Die auf diese Weise erworbene Pluralitäts- und Demokratiefähigkeit ist von grundlegendem Wert für jedwede Form zwischenmenschlicher Beziehungen.

 

 

Preise

 

Basispreis: 100€

Ermäßigter Preis: 75€

 

Der ermäßigte Preis gilt für Schüler:innen, Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Senior:innen, u.a. Sprechen Sie uns hierzu gerne an.

 

 

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Zuletzt geändert: 19.09.2022 - 10:05